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1937 – 2005 Von den Neetzer Freizeitheimen zur Jugendbildungsstätte
Es geschah zu Pfingsten 1937! Große Aufregung herrschte Pfingsten 1937 in Neetze. Die Geheime Staatspolizei hatte eine Tagung der Evangelischen Jugend verboten und aufgelöst. 200 junge Menschen waren damals zu Fuß, per Fahrrad oder Bahn aus ganz Norddeutschland nach Neetze gekommen. Anlas dieses Treffens war die Einweihung eines kirchlichen Jugendheimes, eines der ersten im Bereich der Hannoverschen Landeskirche (bis 1984 das sogenannte „Marschenhaus“, seitdem Neetzer Jugendtreff).
Die staatlichen Jugendherbergen waren seiner Zeit für die Evangelische Jugend gesperrt worden. Da ließ der junge Neetzer Pastor Heinrich Mundt, um dieser Lage zu begegnen und der kirchlichen Jugend die Möglichkeiten zu Freizeiten zu geben, die alte Pfarrscheune abreißen und an ihrer mit dem daraus gewonnen Baumaterial ein Jugendfreizeitheim errichten, das als „Gemeindehaus“ getarnt wurde.
Die Chronik der Neetzer Heime berichtet über das Pfingsttreffen:
„Die Stimmung der Teilnehmer war ernst, die Haltung würdig. Vikar Giesen aus Hamburg hielt ein Referat über das Reich (Gottes) und seine Leute. Die Gäste schliefen im „Gemeindehaus“ und bei Bauern auf Stroh. Am 1. Pfingsttag wurden sie durch das Blasen von Chorälen unseres Posaunenchores geweckt. Der Besuch des Pfingstgottesdienstes konnte durch die Polizei nicht verhindert werden. Die Predigt hielt Landesjungendpastor von Jan aus Hannover. Nach der Abkündigung, dass die Tagung verboten sei, erhob sich die Gemeinde spontan und sang den Choral ‚Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort’. Nach dem Mittagessen mussten unsere jungen Freunde Neetze verlassen....“. Sie wurden unter dramatischen Umständen ausgewiesen und der Ort durch Polizeistreifen abgeriegelt.
Es geschah zu Pfingsten 1952! 25 Jahre nach der Einweihung des „Gemeindehauses“ bzw. des Marschenhauses wurde nach umfangreichen Umbauarbeiten das neue, schmucke, gemütliche Heim, das die Atmosphäre des niedersächsischen Bauernhauses, vor allem durch das Strohdach bewahrt hat, der Evangelischen Jugend des Kirchenkreises durch den Superintendenten Herrn Erich Hessing übergeben. Fortan bestanden die „Neetzer Freizeitheime“ aus Marschenhaus und Heidehaus. Im Oktober 1950 hatte der Kirchenkreis Bleckede die alte Rauchkate von der Erbengemeinschaft Schnell aus Neetze gekauft. Die Landeszeitung Lüneburg schrieb unter dem 14. Feb. 1952: „Det hebt se all tohopen nich dacht, all de feinen Herrns ut Lünborg nich un ook de Bürgers un Buern un Fachlüt ut Neetz nich, dat düt Hus mal so’n ollen Rökerkaten weßt is. Ne, ne! Wat wör dat eemal nur’n ollen wackligen Katen. ‚Umstött mutt he warn’ sä de Mürker’ – ‚n Striekholt möt wi da ünner holn’ sä de Timmermann. Un denn ging dat up uns Pastern dal: ‚He mag woll kleuker wäen as wi, aber von un Hüs weet he nix, rein gar nix’. As lut wör, dat de Keerk den Katen kofft harr, da mennen sei: ‚Rein unklook is de Keerk, wat de woll damit anfangen will!’“.
Es geschah im Januar 1981! 31 Jahre nach dem Kauf des Heidehauses wurde am 24. Januar 1981 der erste Bauabschnitt der Evangelischen Jugendbildungs- und Freizeitstätte Neetze (JuBi Neetze) durch den Superintendenten Hans-Jürgen Wiesenfeldt eingeweiht, mit deren Planung bereits im Jahr 1973 begonnen wurde. Pastor Dr. Otmar Hesse von der Evangelischen Landesjugendakademie Altenkirchen referierte über ‚Aufgaben und Chancen evangelischer Jugendbildungsarbeit im ländlichen Bereich’. Mit dieser Einweihung wurden aus den sogenannten Neetzer Freizeitheimen eine moderne Jugendbildungs- und Freizeitstätte mit einem eigenen zentralen Bildungsprogramm für die (ehrenamtlichen) Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in der Jugendarbeit im Landkreis Lüneburg. Drei Jahre später, am 9. Mai 1984 wurde der zweite größere Bauabschnitt fertiggestellt. In der Landeszeitung vom 10. Mai 1984 äußerte sich der Landrat des Landkreises Lüneburg, Dr. Wilhelm Martens mit den Worten: „Sie haben hier eine wirklich vorzügliche Stätte für die Jugend geschaffen!“ Der kirchliche Neetzer Jugendtreff zog vom alten Pfarrhaus, das nun Teil der JuBi wurde, in das Marschenhaus um.
Als zur Zeit letzte bauliche Erweiterung wurde am 7. März 1994 ein zweiter großer Seminarraum festlich eingeweiht..
Das Heidehaus wird seit dem Jahr 2000 vom Institut für Archäologie der Universität Hamburg und dem Büro für angewandte Archäologie genutzt, die im Rahmen des Bildungsauftrages der JuBi dort u.a. Seminare und Workshops zum Thema „Archäologie“ für Gastgruppen der JuBi durchführen.
Im Jahr 2007 heißt es dann: 70 Jahre evangelische Jugendfreizeitheime / Bildungsstätte in Neetze.
Uwe Nehring, Leiter JUBI Neetze
Ev. Jugendbildungsstätte Neetze - Lüneburger Landstrasse 8 - D-21398 Neetze
Fon: 05850-97810 - Fax: 05850-978111 Leitung: Uwe Nehring
eMail: info@jubi-neetze.de
www.jubi-neetze.de
Jugendgästehaus mit 96 Betten und umfangreichen Seminar- und Tagungsräumen.
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