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Die Bedeutung und das Alter des Namens Neetze
Dr. Jürgen Udolph, Professor für Namenforschung an der Universität Leipzig, hat sich innerhalb seiner wissenschaftlichen Arbeit ausführlich mit dem Namen Neetze befasst. Dieser wird in der Geschichte zuerst für den Fluss angewendet, bevor er später auch für den Ort benutzt wird. Udolph schreibt, dass es sich ,,letzten Endes um einen sehr alten Flussnamen handelt, der bereits vorhanden war, bevor sich das Germanische entwickelt hat. . . . Ortsnamen sind Zeugen aus der Vergangenheit. Ein einmal entstandener Name verändert sich nicht mehr Die Namen werden von Generation zu Generation weitergegeben, allein durch mündliche Überlieferung.“
Ludwig Schneider schreibt in seinem Buch ,,Orts- und Gewässernamen im Landkreis Lüneburg“ 1988 über den Namen Neetze im Einzelnen: ,,Der Name Neetze beruht auf der uralten Sprachwurzel ned/nod, die auch in unserem Wort >nass< vorliegt. Der Ortsname Neetze ist mit dem Wassernamen identisch.
Von dem Fluss heißt es 1271 im Scharnebecker Urkundenbuch >illa aqua que vulgariter nominatur Necessen< (jenes Gewässer, das in der Alltagssprache, d.h. in der Sprache der Einheimischen - im Gegensatz zu der gelehrten lateinischen Sprache - Necessen heißt). Der Ortsname lautet 1282 Netesse, 1314 Netessen, 1330/1352/1371/1376/1421 to Netze, 1576 de Netz, 1776 Netze. Die ältesten Formen des Flussnamens sind aufzufassen als Net-esse (aus nedesse), und dieses -esse ist die alte Wurzel eis-/ ois-/ is-, die >sich heftig bewegen< ausdrückt.
Den germanischen Namensformen gegenüber stellt die Neetze einen Flussnamen dar, der unmittelbar aus der älteren Form >ned< gewonnen ist und der somit als vorgermanisch (indogermanisch) gelten muss.... Die vorgermanischen Namen gehen letzten Endes auf jene Menschen zurück, die um das Jahr 2000 vor Christus bei uns erschienen und in unserem Gebiet Ackerbau und Viehzucht begründeten und damit die vorherrschende Bevölkerung ablösten, die als Sammler und Jäger ihren Lebensunterhalt gefunden hatte.“ Der Name Neetze ist also mehr als 3500 Jahre alt. So ist die Überschrift ,,Neetze —ein Kirchdorf mit uraltem Namen“, die der Heimatforscher Dr. Gerhard Osten 1963 einem Aufsatz gab, genau richtig. Egon Behrens
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